Lehrberuf Gebäudereiniger

Oft abgetan als Putzfrau wird man, wenn man seinen Ausbildungsberuf mit „Gebäudereiniger“ betitelt. Doch gerade diejenigen, die sich ein solch abwertendes Urteil erlauben, haben keine Kenntnis darüber, was dieser interessante Beruf für Perspektiven bietet. Entgegen vielen anderen Branchen bietet das Gebäudereiniger Handwerk genügend Ausbildungsplätze für Interessenten an. Konträr der verbreiteten Annahme, ist der Verdienst schon in der Ausbildung gut. Eine solche Ausbildung dient als Fundament um daran anzuknüpfen. Die Option der Selbstständigkeit bietet sich gerade in dieser Branche an. Aber auch im Angstellenverhältnis ist die Nachfrage nach Fachkräften groß. Im Gebäudereiniger Handwerk ist der Arbeitsort immer ein anderer und man ist Experte auf dem Gebiet der Reinigungsmittel. Hierfür sind Kenntnisse der Chemie und Physik notwendig. Verschiedene zu behandelnde Oberflächen fordern eine individuelle Reinigung, um das Material nicht zu beschädigen. Generelle Ausbildungszeit beträgt 3 Jahre. Für Absolventen, die besondere schulische Leistungen vorweisen können, besteht die Möglichkeit die Ausbildungsdauer zu verkürzen.

Fakten zum Handwerkerberuf

Anders als bei einer einfachen Putzfrau ist der Gebäudereiniger einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Lehrplan und Aufbau der Ausbildung ergeben sich aus der Verordnung zur Berufsausbildung zum Gebäudereiniger. Geltend gemacht wurde diese Verordnung am 21. April 1999. Wer mit der Ausbildung beginnen möchte, hat zuvor einen guten Hauptschulabschluss zu absolvieren. Gerade in den Fächern Technik, Mathe, Physik und Chemie sollten die Noten stimmen, denn auf diesen baut die Ausbildung auf. Als Gebäudereiniger geht es auch schonmal in die Höhe, wenn es heißt eine Hausfassade zu reinigen. Interesse am bedienen von Geräten und Maschinen gehören demnach ebenfalls in das Portfolio eines Gasellenanwärters. Eine angemessene Ausdrucksweise und Umgangsformen sind gleichermaßen Voraussetzung im Umgang mit dem Kunden, wie die Freude an der Arbeit im Team.

Ausbildungsinhalte

Am Ende einer Ausbildung zum Gebäudereiniger werden in der Gesellenprüfung die folgenden Fähigkeiten geprüft. Der Lehrling hat Kenntnisse zu haben über das Arbeits- und Tarifrecht sowie zur Berufsbildung. Die Strukturen des Ausbildungsbetriebes müssen gekannt und wiedergegeben werden können. Lehrinhalte sind unter anderem Schutz von Körper und Gesundheit während der Arbeit. Sicherheitsmaßnahmen werden in regelmäßigen Abständen übermittelt. Alle Arbeitsschritte von Auftragseingang, Abhandlung, Rechnungsstellung und Nachsorge werden in der Praxis durchlaufen. Detaillierte Kenntnisse aller möglichen Reinigungsmittel ist der Hauptfokus der Ausbildung. So können verschiedene Oberflächen Fachkundig gereinigt, desinfiziert und konserviert werden. Die Einsatzbereiche können sowohl privat als auch gewerblich sein. Denkmalreinigung oder die Pflege von Straßenschildern gehören ebenso zum Berufsbild, wie das erlernen von Maßnahmen zur Dekontamination, Hygiene und Schädlingsbekämpfung.

 

Zukunftsperspektiven

Als Geselle stehen einem die Türen zu diversen Fortbildungen offen. Nicht selten trägt man schnell Verantwortung für ein eigenes Projekt oder einen Bereich. Im Folgeschritt lässt sich auch noch eine Fortbildung zum Hygienetechniker machen. Aufbauend auf die Gesellenprüfung ist es natürlich erstrebenswert einen Meister zu machen. Sogar ein Studium zum Wirtschaftsingenieur der Fachrichtung Hygiene oder Reinigungsmanagement kann nach Erhalt des Meisterbriefes absolviert werden.